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Ökologische Treffsicherheit umweltpolitischer Instrumente

Erstellt am: 14.11.2010 | Stand des Wissens: 16.02.2024
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Unter der ökologischen Treffsicherheit wird verstanden, wie gut sich mit einem politischen Instrument die Einhaltung eines Umweltqualitätszieles, zum Beispiel einer Emissionsnorm, erreichen lässt. Die Konkretisierung muss fallweise für bestimmte umweltpolitische Ziele erfolgen; denkbar ist zum Beispiel eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der tatsächlichen über die angestrebte Umweltqualität [Fees07 S.63]. Teilkriterien der ökologischen Treffsicherheit einer Maßnahme können nach Wicke [Wic93, S. 400] unter Anderem sein:
  • Eine Minderung des Verbrauchs von Umweltgütern einschließlich der Rohstoff- und Energieressourcen (geringere Extraktion),
  • die Verringerung der Schadstoffabgabe an die Umwelt (geringere Deposition),
  • die Beschränkung von Rückstanden durch Wiederverwendung oder Recycling (Einrichtung ökonomisch-ökologischer Kreisläufe),
  • die Verbesserung der Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen.
Um die ökologische Treffsicherheit eines Internalisierungsinstruments zu überprüfen, muss zuvor ein ökologisches Ziel definiert werden. Da eine Emission gleichzeitig verschiedene Schäden hervorrufen kann, erschwert dies in der Praxis oftmals eine konkrete Zieldefinition.
Ebenso ist auf die Verzögerungs-Problematik in Ökosystemen hinzuweisen: Unter Umständen ist die Wirkung heute eingesetzter umweltpolitischer Instrumente erst nach langer Zeit zu spüren, was eine Zielüberprüfung und -revision mit einem eventuell notwendigem Maßnahmenwechsel enorm erschwert. Als Paradebeispiel hierfür können die mit dem Kyoto-Protokoll zu erreichenden CO2-Minderungziele angeführt werden. Diese lassen erst mit Verzögerung positive Auswirkungen auf das Klima und die Erdatmosphäre erwarten. Da Umweltqualitätsziele oft für die Zukunft gesetzt werden, muss diese Verzögerung der Umweltreaktion auf entsprechende Maßnahmen bei der Bewertung der Treffsicherheit eines Instrumentes berücksichtigt werden.

Die Definition von Umweltqualitätszielen ist sorgfältig abzuwägen und alle ökonomischen und ökologischen Konsequenzen sind zu berücksichtigen. Naturwissenschaftliches und ökonomisches Fachwissen müssen hierfür zwingend genutzt werden, nur dann lässt sich auch die Zielvorgabe der ökologischen Treffsicherheit sinnvoll mit Inhalt füllen. [SRU94]
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Internalisierung negativer externer Effekte (Stand des Wissens: 20.02.2024)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?333625
Literatur
[Fees07] Feess, Eberhard, Prof. Dr. Umweltökonomie und Umweltpolitik, Ausgabe/Auflage 3. Auflage, Vahlen Verlag München, 2007, ISBN/ISSN 3800633507
[SRU94] Rat von Sachverständigen für Umweltfragen Umweltgutachten 1994, Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1994
[Wic93] Wicke, L. Umweltökonomie, Ausgabe/Auflage 4. Aufl., Vahlen / München, 1993, ISBN/ISSN 380061720X

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?333511

Gedruckt am Dienstag, 27. Februar 2024 19:55:49