Aktionstage, Schülerbegleitung und Konfliktlösung zur Verbesserung des Mobilitätsverhaltens an Schulen
Erstellt am: 21.06.2004 | Stand des Wissens: 23.05.2024
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechperson
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Mobi-Race ist eine zwei- bis dreitägige Veranstaltung der Stadt München für Schulklassen. Ziel ist es den Kindern und Jugendlichen sowohl das Bewusstsein für ein nachhaltiges und umweltfreundliches Verkehrsverhalten zu vermitteln als auch sie auf die selbstständige Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs vorzubereiten. Am ersten Tag lernen die Schülerinnen und Schüler Verschiedenes rund um das Thema ÖPNV, das sie auf die selbstständige Nutzung des ÖPNV vorbereitet. Danach stehen unter anderem Themen wie Umwelt, Lärm, Flächenverbrauch auf dem Lehrplan. Am letzten "Rallye-Tag" erkunden die Kinder in Kleingruppen die Stadt. Sie müssen mit U-Bahn, S-Bahn, Bus und Tram zu unterschiedlichen Orten in München fahren, Quiz-Fragen beantworten oder kleine Aufgaben erfüllen [MVG10].
Schülerbegleitung soll dazu dienen, Gewalt und Vandalismus in Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu reduzieren und die Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen. Die Schülerbegleitung kann entweder laufend durch Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen beziehungsweise Schülerinnen und Schülern höherer Klassenstufen erfolgen oder punktuell durch speziell geschultes Personal bei Aktionstagen.
Als Vorreiter in Deutschland gilt die Bochum Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA), die 1998 die Schulbusbegleitung in dieser Form eingeführt hat. Schulbusbegleiter sind mittlerweile sehr verbreitet und werden mit zum Teil jugendspezifischen Begriffen wie "Bus Scouts", "Peacemaker", "Busengel", "Buslotse", "Wupper Scouts" oder "DB Schülerbegleiter" bezeichnet [Kalw04; STakt10].
Die Ansätze zur Schulbussicherheit und Konfliktlösungsstrategien können miteinander verknüpft und in folgende Teilbereiche aufgeteilt werden [HFZ02; STakt10]:
Schülerbegleitung soll dazu dienen, Gewalt und Vandalismus in Verkehrsmitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu reduzieren und die Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen. Die Schülerbegleitung kann entweder laufend durch Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen beziehungsweise Schülerinnen und Schülern höherer Klassenstufen erfolgen oder punktuell durch speziell geschultes Personal bei Aktionstagen.
Als Vorreiter in Deutschland gilt die Bochum Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA), die 1998 die Schulbusbegleitung in dieser Form eingeführt hat. Schulbusbegleiter sind mittlerweile sehr verbreitet und werden mit zum Teil jugendspezifischen Begriffen wie "Bus Scouts", "Peacemaker", "Busengel", "Buslotse", "Wupper Scouts" oder "DB Schülerbegleiter" bezeichnet [Kalw04; STakt10].
Die Ansätze zur Schulbussicherheit und Konfliktlösungsstrategien können miteinander verknüpft und in folgende Teilbereiche aufgeteilt werden [HFZ02; STakt10]:
- Betreuung und Kommunikation bei der Schülerbeförderung,
- gewaltfreie Lösung von Konflikten,
- Streitschlichtung,
- Vermittlung zwischen Mitschülern und Mitschülerinnen und
- Verhinderung von Straftaten und unfallträchtigem Verhalten (Rempeleien, Überschreitung von Gleisanlagen etc.).
Aufwand
Kosten entstehen vor allem dann, wenn hauptamtliches Personal zur Schülerbegleitung eingesetzt wird. Diese Kosten lassen sich verringern, wenn Jugendliche gezielt mit Trainingsprogrammen in Deeskalation und Unfallprävention geschult werden und diese die Schülerbegleitung ehrenamtlich wahrnehmen.
Im Falle der DB Schülerbegleiter in München bilden Trainer der S-Bahn München zusammen mit der Bundespolizei Jugendliche der Jahrgangsstufen acht und neun von Realschulen und Gymnasien aus. In der dreimonatigen Ausbildung liegt der Fokus auf [STakt10] [SBMÜ22] [SBMÜ22a]:
Kosten entstehen vor allem dann, wenn hauptamtliches Personal zur Schülerbegleitung eingesetzt wird. Diese Kosten lassen sich verringern, wenn Jugendliche gezielt mit Trainingsprogrammen in Deeskalation und Unfallprävention geschult werden und diese die Schülerbegleitung ehrenamtlich wahrnehmen.
Im Falle der DB Schülerbegleiter in München bilden Trainer der S-Bahn München zusammen mit der Bundespolizei Jugendliche der Jahrgangsstufen acht und neun von Realschulen und Gymnasien aus. In der dreimonatigen Ausbildung liegt der Fokus auf [STakt10] [SBMÜ22] [SBMÜ22a]:
- Deeskalation,
- Konfliktbewältigung,
- Körpersprache,
- neutrales Verhalten,
- Kommunikationstechniken,
- sicheres und freundliches Auftreten,
- Umgang mit Provokationen und Beilegung von Streitigkeiten
Jährlich werden rund 100 Jugendliche mit einem Budget von 50.000 Euro zu DB Schülerbegleitern und -begleiterinnen ausgebildet [STakt10].
Wirkung
Die Erfahrung zeigt, dass sowohl die Kunden als auch die Schüler zufriedener mit der Atmosphäre sind. Insgesamt ist von einem Rückgang der Vandalismusschäden und der Unfälle von Schülern im ÖPNV auszugehen [Gerl05].
Die Schülerbegleitung stellt daher eine wichtige Maßnahme zur Kundenbindung dar, vor allem bei Schülern und älteren Fahrgästen [HFZ02]. Bei den Schülerbegleitern selbst wird die soziale Kompetenz, das Wertebewusstsein und das Verantwortungsgefühl gestärkt [STakt10]. Zudem wird davon ausgegangen, dass sich die zu Schülerbegleitern ausgebildeten Jugendlichen auch an anderen Stellen durch Zivilcourage zu mehr Sicherheit und "mitmenschlichem Verhalten" beitragen können.
Busschule
Busschulen werden von zahlreichen Verkehrsunternehmen angeboten. Sie können mittlerweile als Standardprogramm von Verkehrsunternehmen betrachtet werden. Die Zielgruppen sind dabei 4. - 6. Schulklassen, da sich mit dem Übergang zu weiterführenden Schulen in der Regel die Fahrtweiten erhöhen und der ÖPNV verstärkt genutzt wird [Kalw04].
Die Veranstaltungen finden meistens auf Betriebshöfen der Verkehrsunternehmen statt und dauern einen Schultag. Dabei werden folgende Aspekte beleuchtet:
Wirkung
Die Erfahrung zeigt, dass sowohl die Kunden als auch die Schüler zufriedener mit der Atmosphäre sind. Insgesamt ist von einem Rückgang der Vandalismusschäden und der Unfälle von Schülern im ÖPNV auszugehen [Gerl05].
Die Schülerbegleitung stellt daher eine wichtige Maßnahme zur Kundenbindung dar, vor allem bei Schülern und älteren Fahrgästen [HFZ02]. Bei den Schülerbegleitern selbst wird die soziale Kompetenz, das Wertebewusstsein und das Verantwortungsgefühl gestärkt [STakt10]. Zudem wird davon ausgegangen, dass sich die zu Schülerbegleitern ausgebildeten Jugendlichen auch an anderen Stellen durch Zivilcourage zu mehr Sicherheit und "mitmenschlichem Verhalten" beitragen können.
Busschule
Busschulen werden von zahlreichen Verkehrsunternehmen angeboten. Sie können mittlerweile als Standardprogramm von Verkehrsunternehmen betrachtet werden. Die Zielgruppen sind dabei 4. - 6. Schulklassen, da sich mit dem Übergang zu weiterführenden Schulen in der Regel die Fahrtweiten erhöhen und der ÖPNV verstärkt genutzt wird [Kalw04].
Die Veranstaltungen finden meistens auf Betriebshöfen der Verkehrsunternehmen statt und dauern einen Schultag. Dabei werden folgende Aspekte beleuchtet:
- Gefahren bei Anfahrt des Busses an eine Haltestelle,
- Verhalten beim Ein- und Ausstieg,
- Gefahren durch Bremsvorgänge,
- Reinigungsaufwand und Beseitigung von Vandalismusschäden,
- Informationen zu Tickets und Beförderungsbedingungen sowie
- gegebenenfalls Darstellung der Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel.
Busschulen haben neben Verkehrssicherheitsaspekten die Aufgabe, eine persönliche Beziehung der Schülerschaft zum Verkehrsunternehmen herzustellen, was unter anderem zu einem selbstverständlicheren und sorgsameren Umgang mit den Einrichtungen des ÖPNV beitragen soll.