Luftverkehrsmanagement
Erstellt am: 20.04.2004 | Stand des Wissens: 09.02.2023
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechperson
TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Das Luftverkehrsmanagement (ATM - Air Traffic Management) umfasst gemäß der Definition nach ICAO (International Civil Aviation Organisation) die Überwachung und Lenkung des Verkehrs (Air Traffic Control - ATC), Verkehrsflusssteuerung (Air Traffic Flow Management - ATFM) und die Luftraumnutzungssteuerung (Air Space Management - ASM).
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Abbildung 1: Bestandteile des Luftverkehrsmanagements [Mens13]
Die Flugverkehrskontrolle (ATCl) wird mit den Diensten Fluginformationsdienst (FIS - Flight Information Service) und Flugalarmdienst (AL- Alerting Service) zu Flugverkehrsdiensten (ATS - Air Traffic Services) zusammengefasst. Zum Fluginformationsdienst gehört die Erstellung bzw. Dokumentation aller flugsicherungsrelevanten Unterlagen. Dazu zählen Veröffentlichung der Luftraumstruktur, von Anflugkarten und Vorschriften (AIP - Aeronautical Information Publication, Luftfahrthandbücher) sowie dazugehörige Änderungsdienste zur Aktualisierung der Publikationen. Die Flugverkehrskontrolle stellt den Bereich der Überwachung und Führung des Luftverkehrs dar. Dieser umfasst die Teilbereiche Strecken-, Anflug- und Flugplatzkontrolle.
Die vorgenannten Dienste werden durch ein Flugsicherungsunternehmen geleistet und dienen der sicheren und geordneten Durchführung des Luftverkehrs. Mit verschiedenen Maßnahmen und Programmen zur Erweiterung der Flughafen- und Streckenkapazität sind die Unternehmen bestrebt, den Zivilluftverkehr sowohl sicher als auch möglichst effizient und verzögerungsfrei abzuwickeln. Erst die Kombination und optimale Abstimmung aller Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung, werden den notwendigen Gewinn bringen können.
Zukünftig wird man versuchen eine nahtlose Gate-to-Gate-Flugplanung (Flugsteig-zu-Flugsteig) zu erreichen. Die optimierte Koordination des Luftverkehrs über verschiedene Schnittstellen hinweg ist ein komplexer Prozess. Durch leistungsfähige computergestützte Planungsinstrumente und eine Standardisierung von Flugsicherungssystemen sowie einer Vereinfachung der Luftraumraumstruktur kann dieses erreicht werden. Um für das voraussichtliche Verkehrswachstum angemessene Luftraumkapazität bereitstellen zu können, werden im Rahmen des europäischen SESAR (Single European Sky ATM Research)-Projekts die notwendigen Maßnahmen dazu eingeleitet. Auf globaler Ebene koordiniert die ICAO mit dem FANS (Future Air Navigation System)-Committee die Entwicklung und Einführung neuer Technologien zur Modernisierung des Luftverkehrssystems.