Reduzierte Vertikalstaffelung (RVSM)
Erstellt am: 04.02.2004 | Stand des Wissens: 14.11.2018
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TU Dresden, Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik, Prof. Dr.-Ing. Regine Gerike
Der anhaltende Verkehrszuwachs im zivilen Luftverkehr erfordert die Schaffung neuer Kapazitäten. Eine Möglichkeit ist die Verringerung der vertikalen Abstände zwischen den Luftfahrzeugen (LFZ) im Streckenflug. Dadurch können zusätzliche Flugrouten konzipiert und folglich größere Verkehrszahlen im selben Luftraum abgewickelt werden. Im oberen Luftraum beträgt der vertikale Staffelungsabstand zwischen Luftfahrzeugen normalerweise 2.000 feet (rund 600 Meter). Eine Untersuchungsgruppe der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO (Review of General Concept of Separation Panel- RGCSP) kam zu dem Schluss, dass die Staffelungsverringerung ohne Einschränkung der Sicherheit und übermäßige Ausrüstungsveränderungen zu realisieren sei.
Seit 1997 wurden auf dem nordatlantischen Fluggebiet reduzierte Vertikalstaffelungen (reduced vertical seperation minimum, RVSM) von 1000 feet (vorher 2000 feet) im oberen Luftraum zwischen den Flugflächen FL290-410 (FL290 bei 29000 feet) vorgesehen. Die Anwendung der reduzierten Staffelung wurde auf weitere Flugflächen und schließlich über Kontinentalgebiete ausgedehnt. Durch die RVSM Einführung in 41 europäischen Staaten (seit 24. Januar 2002) hat man die Anzahl der verfügbaren Flugflächen im oberen Luftraum um insgesamt sechs erweitern können. [ECTR01b]
Seit 1997 wurden auf dem nordatlantischen Fluggebiet reduzierte Vertikalstaffelungen (reduced vertical seperation minimum, RVSM) von 1000 feet (vorher 2000 feet) im oberen Luftraum zwischen den Flugflächen FL290-410 (FL290 bei 29000 feet) vorgesehen. Die Anwendung der reduzierten Staffelung wurde auf weitere Flugflächen und schließlich über Kontinentalgebiete ausgedehnt. Durch die RVSM Einführung in 41 europäischen Staaten (seit 24. Januar 2002) hat man die Anzahl der verfügbaren Flugflächen im oberen Luftraum um insgesamt sechs erweitern können. [ECTR01b]

Abbildung 1: Vergleich zwischen normaler und reduzierter Vertikalstaffelung
Vorteil des Verfahrens ist der Kapazitätsgewinn im Luftraum und damit verbunden die Vermeidung von Verspätungen (englisch delay). Zudem lassen sich betrieblich optimierte Flugprofile erzielen. Weiterhin ist auch der ökologische Aspekt infolge des gesenkten Kraftstoffverbrauchs der Luftfahrzeuge als positiver Effekt hervorzuheben [EEC02]. Der erzielte Kapazitätsgewinn ermöglicht allerdings auch die Durchführung von neuen Flügen. In der Regel übersteigt die Kraftstoffverbrauchsmenge der zusätzlichen Flüge die eingesparte Kraftstoffmenge durch optimierte Flugprofile.
Voraussetzung für die Nutzung der enger gestaffelten, optimalen Flugflächen ist der Nachweis einer zuverlässigen Höhenmessung in den Luftfahrzeugen (englisch Minimum Aircraft Systems Performance Specification - MASPS). Dieser Nachweis erfolgt durch festgelegte Höhenkontrollmessstationen (englisch Height Monitoring Units - HMU). Beim Überflug nach Voranmeldung wird ein Vergleich der bord- und bodenseitigen Höhenmessung vorgenommen und der Betreiber beziehungsweise das Luftfahrzeug kann für die Nutzung des RVSM-Luftraums zugelassen werden [JAA99]. Dazu muss ein Luftfahrzeug, welches in RVSM-Luftraum fliegen will, mindestens über zwei unabhängige Höhenmessysteme, ein Höhenwarnungssystem und einen Sekundärradartransponder verfügen [Skyb15].