Digitalisierungsansätze rund um Seehäfen
Erstellt am: 18.01.2023 | Stand des Wissens: 30.08.2024
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Digitalisierung in Seehäfen wird von verschiedenen Erwartungen begleitet. Sie soll unter anderem die unternehmensinternen Prozesse transparenter und effizienter gestalten sowie Teile der innerbetrieblichen Prozesse (teilweise) automatisieren. Ein Ansatz ist, durch eine umfassende, teilweise auch automatisierte Informationserfassung entlang der maritimen Lieferkette früh alle Informationen zu sammeln, die zur Erbringung der Transportdienstleistung notwendig sind sowie den Auftraggeber zusätzlich über den Zustand und den Transportstatus der Ware informieren. Darüber hinaus ist es für die Unternehmen interessant, kosteneffizient über den gegenwärtigen Zustand des eigenen Equipments Bescheid zu wissen, um Wartungen besser einplanen zu können [Baek09]. Für all diese Aufgaben spielt das sogenannte Internet der Dinge (IoT) mit den allgegenwärtigen Sensoren eine große Rolle [Yong18], ebenso wie Kameras, die statisch auf dem Werksgelände positioniert sind [Mos21] und von der Belegschaft manuell bedient werden oder über Drohnen in die Höhe getragen werden [Mabo21].
Ebenfalls relevant ist eine verbesserte Einsatzplanung von Personal und Equipment. Dies betrifft eine Vielzahl der Unternehmen, beispielsweise die Reedereien bei der Einsatzplanung der Crew sowie der Schiffe [Rizva18], die Terminalbetreiber und Leerdepotbetreiber bei der Erstellung der Schichtpläne für Arbeitskräfte sowie Equipment [Hill17], die Fuhrunternehmen bei der Tourenplanung [Lange18] und vieles mehr. Zwar ist es in vielen Bereichen bereits heute üblich, softwaregestützt zu planen, allerdings unterscheiden sich die Softwareprodukte deutlich darin, ob und inwieweit der Planungsprozess automatisiert ist oder ob der Mensch eher mithilfe von Visualisierungen unterstützt wird, einen passenden Einsatzplan zu erstellen. Hier hilft die Digitalisierung einerseits durch Automatisierung, Kosten einzusparen, erfordert aber auch formalisierte Prozesse. Dies stellt für Softwareprodukte insbesondere dann eine Herausforderung dar, wenn es gilt, betriebliche Besonderheiten (zum Beispiel besondere integrierte Dienstleistungen) mit abzudecken. Aufgrund dessen ist die Frage, welche Aspekte der Einsatzplanung sinnvoll digital unterstützt werden sollten, eine, die nur innerhalb des jeweiligen Unternehmens geklärt werden kann.