Betreiberhafen als Form der Hafenorganisation
Erstellt am: 18.01.2023 | Stand des Wissens: 30.08.2024
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Als Betreiberhäfen werden Häfen bezeichnet, in denen der Eigentümer der Infra- und Suprastruktur des Hafens auch den eigentlichen Umschlagbetrieb durchführt. Dies ist bei Public Service Ports und bei Private Service Ports der Fall.
In Public Service Ports werden die Entwicklung von Infra- und Suprastruktur und die Umschlagoperationen von derselben Organisation verantwortet. Dadurch ist eine enge Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage möglich. Der private Sektor spielt nur eine begrenzte Rolle beim Umschlag und der interne Wettbewerb ist beschränkt [World07, S. 81f.]. Beispiele für diese Art von Betreiberhäfen in Deutschland sind die Häfen Lübeck, Wismar und Stralsund.
Private Service Ports sind Werkhäfen. Private Unternehmen und Investoren übernehmen die Funktionen und Eigentumsrechte des Staates. Dadurch soll eine flexible und marktorientierte Planung des Betriebs gewährleistet werden. Mögliche Nachteile sind eine Marktkonzentration und der Verlust staatlicher Einflussnahme [HUB14 S. 124]. Häufig dienen sie großen Industrieunternehmen zum Rohstoff- und Produktumschlag. In Werkhäfen werden häufig Massengüter wie Öl und Ölprodukte oder Eisenerze umgeschlagen. Der Hafen Schwelgern ist ein Beispiel für einen Werkhafen. Er gehört neben dem Nordhafen Walsum und dem Südhafen Walsum zu den drei großen privaten Duisburger Kohle- und Hüttenhäfen nördlich der Ruhr.