Energiespeicher und weitere Flexibilitätsoptionen im Kontext der Sektorkopplung
Erstellt am: 04.10.2018 | Stand des Wissens: 11.12.2023
Synthesebericht gehört zu:
Neben europäischem und nationalem Netzausbau und der Nutzung des Gasnetzes zur Rückverstromung existieren weitere Flexibilitätsoptionen zur Erhaltung der Stabilität und Versorgungssicherheit von Stromnetzen, deren Erzeugungskapazitäten fluktuierende Mengen Strom liefern. Die wesentlichen technischen Speicheroptionen mit ihren Entladezeiten und Kapazitäten sind in Abbildung 1 dargestellt.

Kurzzeitspeicher werden in einem auf überwiegend fluktuierenden regenerativen Energien basierenden Stromsystem zur Sicherung der Netzstabilität und zur Überbrückung von Tages- und Wochenschwankungen benötigt [UBA14d, S. 60]. Hierzu zählen Spulen, Kondensatoren und Batterien, die hohe Wirkungsgrade von 90 bis 95 Prozent bei der Rückverstromung aufweisen. Für den dauerhaften netzgekoppelten Einsatz von größeren Batteriespeichern wird die langfristige Entwicklung ihrer Lebensdauern ausschlaggebend sein. Ebenfalls als Kurzzeitspeicher können konventionelle Pumpspeicherwerke eingesetzt werden. Die Ergebnisse des 80 Prozent-Szenarios von [ISI17, S.8] deuten aber darauf hin, dass hier neue Pumpspeicher selbst bei hohen Anteilen erneuerbarer Energie (EE) künftig nicht wirtschaftlich sind, obwohl diese auf absehbare Zeit die günstigsten Speichertechnologien bleiben werden. Die hohen Investitionskosten und benötigten Volllaststunden werden nicht erreicht, weil flexible Nachfrager aus dem Wärme- und Verkehrssektor (Power-to-Heat und Elektromobilität) etwaige Stromüberschüsse aufnehmen. Auch für ambitioniertere Klimaziele sehen [ISI17, S.8] physischen Speicherbedarf allenfalls langfristig. Zur systemdienlichen Nutzung der Flexibilität neuer Stromnachfrager bedarf es allerdings der Weiterentwicklung bestehender Bepreisungssysteme für Strom.