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Förder- und Forschungsprogramme für Elektromobilität

Erstellt am: 28.02.2014 | Stand des Wissens: 01.12.2023
Synthesebericht gehört zu:

Insbesondere aufgrund der mit herkömmlichen Antriebstechnologien verbundenen Nachhaltigkeitsdefiziten wird in einer Vielzahl von Staaten nach alternativen Mobilitätsangeboten geforscht. Im Hinblick auf die zunehmende Dekarbonisierung des Verkehrs nimmt die Elektromobilität einen wachsenden Stellenwert ein.
Da durch entsprechende Forschungen zukünftige Wettbewerbsvorteile für die Volkswirtschaften der jeweiligen Länder erarbeitet und gesichert werden können, praktizieren viele Staaten eine aktive Förderung derartiger Forschungs-, Entwicklungs-, Infrastruktur- und Investitionsvorhaben. Staatlich geförderte Anreizpolitik unterstützt die Anpassungsstrategien alternativer Antriebe von Fahrzeugen und die Schaffung von entsprechender Ladeinfrastruktur.
Für Deutschland ist als zentrales Instrument das Regierungsprogramm Elektromobilität zu nennen, das den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität fortschreibt. Erklärtes Ziel ist es, die Marktvorbereitung und Markteinführung von batterieelektrischen Fahrzeugen zu beschleunigen. Beratend unterstützt wird die Bundesregierung bei diesem Vorhaben durch die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), die im Laufe des Jahres 2018 in die Nationale Plattform "Zukunft der Mobilität" (NPM) aufgegangen ist, und die Gemeinsame Geschäftsstelle Elektromobilität (GGEMO).
Die Förderbereiche sind über die vier Bundesministerien verteilt: Seit der neuen Legislaturperiode 2021 sind dies das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) [BReg21c].
Die thematischen Schwerpunkte der beteiligten Ministerien stellen sich dabei wie folgt dar:
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Elektromobilität
  • Fahrzeugtaugliche Batteriesysteme (marktnahe Entwicklung) und entsprechende Fertigungstechnologien
  • Stromwirtschaftliche Schlüsselelemente der Elektromobilität: Speicher, Netze, Integration
  • Technologien für die Antriebssysteme von Elektro- und Hybridfahrzeugen
  • Sicherer und effizienter Fahrzeugbetrieb
  • Ladeinfrastruktur (mit BMVI)
  • Abrechnungssysteme
  • Nutzerakzeptanz (mit BMVI)
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
  • Sicherheit von Batterien aus Serienfertigung
  • Demonstration und Erprobung innovativer Mobilitätssysteme
  • Ladeinfrastruktur (mit BMWi)
  • Sicherheit und Effizienz von Fahrzeugflotten
  • Hybridisierung von Lkw, Effizienzsteigerung Nebenaggregate
  • Verkehrssicherheit
  • Nutzerakzeptanz (mit BMWi)
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Zell- und Batterieentwicklung (Batteriekonzepte und-management)
  • Forschung und Entwicklung zu neuartigen Materialien
  • Produktionsforschung für zukünftige Batteriegenerationen
  • Ausfallsichere Komponenten und Systeme
  • Systemforschung Elektromobilität
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Energieeffizienz im Elektrofahrzeug
  • Aus- und Weiterbildung
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)
  • Demonstration und Erprobung zur Ermittlung der Umwelt- und Klimafaktoren der Elektromobilität
  • Kopplung der Elektromobilität an erneuerbare Energien und deren Netzintegration
  • Umwelt- und klimabezogene Konzepte
  • Markteinführung mit ökologischen Standards
  • Forschung und Entwicklung zu Recyclingverfahren, Öko- und Energiebilanzen der Komponenten
Ressortübergreifend (BMWK, BMDV, BMBF und BMUV) wurden im Jahr 2012 die Programme "Schaufenster Elektromobilität" und im Jahr 2009 die "Modellregionen für Elektromobilität" ins Leben gerufen, in denen Projekte zur Demonstration und Entwicklung innovativer Konzepte in der Praxis gefördert wurden. Als neuere Vorhaben sind zudem der Masterplan Ladeinfrastruktur des Bundeskabinetts, das Sofortprogramm Saubere Luft der Bundesregierung sowie das Technologieprogramm Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Elektromobilität des Bundeswirtschaftsministeriums zu nennen.
Im Rahmen der Förderung von Forschung und Entwicklung für eine erfolgreiche Transformation zur Elektromobilität und Systemintegration fördert das BMWK beispielsweise das Forschungsprojekt FAMOUS, indem Software-Lösung für das Reservieren und Teilen von Ladestationen entwickelt und erprobt werden.
Auch auf der Ebene der Europäischen Union existieren Förder- und Forschungsprojekte. So wurden im Rahmen des größten Forschungs- und Innovations-Förderprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union mit der Laufzeit von 2014 bis 2020 unter anderem verschiedene Projekte zur Elektromobilität finanziert. Das Förderprogramm wurde unter dem Namen Horizon Europe bis 2027 ausgeweitet [EUK23a]. Ein beispielhaftes, gefördertes Forschungsprojekt ist das USER-CHI-Projekt, indem eine Plattform erstellt wird, welche eine europaweite Interoperabilität beim Parken und Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen soll [EuCo20b].
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Grundlagen der Elektromobilität (Stand des Wissens: 08.12.2023)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?426933
Literatur
[BReg21c] Bundesregierung (Hrsg.) Elektromobilität: Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes, 2021
[EuCo20b] Europäische Kommission (Hrsg.) innovative solutions for USER centric CHarging Infrastructure, 2020
[EUK23a] Europäische Kommission (Hrsg.) Horizon 2020, 2023
Weiterführende Literatur
[NPE14] Nationale Plattform Elektromobilität Fortschrittsbericht 2014 - Bilanz der Marktvorbereitung, Berlin, 2014/12
[BMBF10] Bundesministerium für Bildung und Forschung Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität, 2010
[BMWi11i] o.A. Regierungsprogramm Elektromobilität, Berlin, 2011/05
Glossar
IKT Informations- und Kommunikationstechnologien
Lkw Lastkraftwagen (Lkw) sind Kraftfahrzeuge, die laut Richtlinie 1997/27/EG überwiegend oder sogar ausschließlich für die Beförderung von Gütern und Waren bestimmt sind. Oftmals handelt es sich dabei um Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 und 12 Tonnen. In Einzelfällen kann die zulässige Gesamtmasse diese Werte jedoch auch unter- beziehungsweise überschreiten, sofern das Kriterium der Güterbeförderung gegeben ist. Lastkraftwagen können auch einen Anhänger ziehen.
Elektromobilität
Die Elektrifizierung der Antriebe durch Batterie- und Brennstoffzellentechnologien. Im Kontext des "Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität" wird der Begriff auf den Straßenverkehr begrenzt. Hierbei handelt es sich insbesondere um Personenkraftwagen (Pkw) und leichte Nutzfahrzeuge, ebenso werden aber auch Zweiräder (Elektroroller, Elektrofahrräder) und Leichtfahrzeuge einbezogen.
BMDV
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (bis 10/2005 BMVBW, bis 12/2013 BMVBS und bis 11/2021 BMVI)
BMUV
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (bis 12/2013 BMU, bis 03/2018 BMUB und bis 12/2021 BMU)
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMWK
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erarbeitet Rahmenbedingungen zur Stärkung der Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland (bis 12/2013 BMWI, bis 12/2021 BMWi).

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?426676

Gedruckt am Donnerstag, 25. April 2024 01:15:42