Differenzierte Preisbildungsprinzipien für Verkehrsinfrastrukturen
Erstellt am: 28.11.2012 | Stand des Wissens: 18.02.2025
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Technologischen Eigenschaften von Verkehrsinfrastrukturen können zu hohen Fix- und niedrigen Grenzkosten führen, so dass ein Konflikt zwischen Wohlfahrtsmaximierung, Kostendeckung und der Notwendigkeit von Subventionen entsteht. Dies kann einerseits durch Aufschläge auf die Grenzkosten oder Zusatzkosten für die Vollkosten berücksichtigt werden. Je nach Zielsetzung und Objekt können andere Preisbildungsprinzipien vorteilhaft sein, die nur teilweise oder nur global mit Kostengrößen in Beziehung stehen. Dies sind zum Beispiel die Spitzenlasttarifierung (Peak-load Pricing), das Ramsey Pricing, mehrstufige Tarife oder anreizbezogene Höchstpreise.
Beim Peak-load-Pricing werden zeitlich differenzierte Preise aufgerufen, wodurch neben der Kostendeckung auch eine effizientere Auslastung angestrebt wird.
Mit dem Ramsey Pricing wird hingegen versucht, verschiedenen Nutzergruppen, die sich hinsichtlich ihrer Zahlungsbereitschaft (Preiselastizität der Nachfrage) unterscheiden, optimale Preise anzubieten. Beide Preisbildungsprinzipien haben gemein, dass sie eine effiziente Nutzung und Kostendeckung ermöglichen, jedoch zu sozialen Ungleichheiten führen können.
Bei mehrstufigen Tarifen müssen die Nutzer eine fixe Grundgebühr mit variablen, nutzungsabhängigen Zusatzgebühren bezahlen. Während die Preisstrategie Nutzern ein gewisses Grad an Flexiblität verspricht, profitieren Anbieter von einer einfachen Abschöpfung unterschiedlicher Zahlungsbereitschaften. Bei nicht optimaler Ausgestaltung können jedoch negative Effekte auftreten.
Um etwaigen Missbrauch oder ein Informationsdefizit zu vermeiden können außerdem Preisregulierungen wie price caps oder revenue caps einen Anreiz für die Regulierten zur Kostensenkung oder Qualitätssteigerung bieten.