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Wirtschaftliche Akteure in der Containerschifffahrt

Erstellt am: 08.04.2003 | Stand des Wissens: 20.10.2023
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn

Der Containerverkehr ist geprägt von den Aktivitäten diverser Interessenvertreter. Zum einen ergeben sich Spannungsfelder zwischen privatwirtschaftlichen und staatlich gelenkten Unternehmen im Bereich der Seehäfen. Die Trennung der Verwaltung von Infra- und Suprastruktur kann hier zu Problemen führen. Zum anderen stehen die Interessen regionaler und nationaler Wirtschaftspolitik den Interessen der europäischen und internationalen Politik gegenüber.
Die Akteure der privaten Wirtschaft im Bereich des Containerverkehrs handeln in erster Linie nach unternehmerischen Kriterien und sind auf Gewinnerzielung und Sicherung der eigenen Wettbewerbsposition bedacht. Staatlich gelenkte Unternehmen werden vollständig oder teilweise von staatlichen Geldern finanziert und haben zusätzlich einen besonderen Fokus auf der Sicherung der Arbeitsplätze und der Entwicklung der Region.
In Deutschland sind die Städte und die Bundesländer wesentlich an der Instandhaltung ihrer Häfen beteiligt [WisB19]. Die Hafenpolitik der EU will jedoch eine Harmonisierung des Hafenwettbewerbs in Europa ohne öffentliche Subventionen erreichen.
In der Transportkette der Containerschifffahrt sind drei Beteiligte zu erkennen:
  • Urverlader (Unternehmen aus Industrie und Handel), welche den Containertransport in Auftrag geben, und Verlader (Seefrachtspediteure), welche die Seepassage bei Reedereien einkaufen,
  • Hafen- und Terminalbetreiber, gemeinsam zuständig für die Bereitstellung von Infra- und Suprastruktur
  • Reedereien, verantwortlich für die Durchführung der Seetransporte.
    [Walt15, S. 16 - 19]
Ansprechpartner
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Entwicklungen der Containerschifffahrt (Stand des Wissens: 20.10.2023)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?38577
Literatur
[Walt15] Walter, Fabian Maritime Transportkette - Grundlegende Zusammenhänge und Sichtweisen, Springer Gabler, Wiesbanden, 2015, Online-Referenz doi:10.1007/978-3-658-09661-8_2, ISBN/ISSN 978-3-658-09660-1
[WisB19] Wissenschaftlicher Beirat Internationales Verkehrswesen (Hrsg.) Chancen der Digitalisierung für die deutschen Seehäfen nutzen und Investitionen in die Infrastruktur optimieren
, Trialog Publishers Verlagsgesellschaft, Baiersbronn, 2019/01
Weiterführende Literatur
[LeHa02] Lemper, B., Hader, A. Entwicklungstendenzen des seewärtigen Welthandels, veröffentlicht in 8. Kieler Seminar zu aktuellen Fragen der See- und Küstenschifffahrt, Perspektiven und Probleme des Weltseeverkehrs im neuen Jahrhundert, Schriftenreihe der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft B 245, Ausgabe/Auflage B 245, Bergisch Gladbach, 2002, ISBN/ISSN 3-933392-45-4
[HaTs00] Haralambides, H., Tsolakis, S., Cheung Tam He, The global outlook of liner shipping and port networks in the information society of the 21st century, Alexandria, Egypt, 2000
Glossar
Suprastruktur
Gegenbegriff zu Infrastruktur. Die Suprastruktur umfasst alle Einrichtungen, die für Transport-, Umschlag- und Lager- sowie Beschaffungs- und Verarbeitungsprozesse innerhalb einer Verkehrsanlage, wie einem Seehafen, nötig sind. In einem Hafen gehören zur Suprastruktur beispielsweise Kräne, Lager- und Kühlhäuser sowie Bürokomplexe. Im Gegensatz zur Infrastruktur wird die Suprastruktur häufig nicht von der öffentlichen Hand finanziert, sondern von den Betreibergesellschaften beschafft, gewartet und entsorgt.
Verlader Der Verlader ist derjenige Teilnehmer in der Transportkette, der die Ladung/Transportgut erstmals aufgibt. Unter einem Verlader versteht man ein Unternehmen, das Logistikdienstleistungen (Transport, Verladen etc.) bei einem Logistikdienstleister in Auftrag gibt.
Transportkette
Nach DIN 30781 eine Folge von technisch und organisatorisch miteinander verknüpften Vorgängen, bei denen Personen oder Güter von einer Quelle zu einem Ziel bewegt werden, im weiteren Sinne alle Transferprozesse zwischen Quelle und Senke.
Instandhaltung
Im Kontext des Erhaltungsmanagements bezeichnen die Begriffe "Instandhaltung" und "bauliche Unterhaltung" bauliche Maßnahmen kleineren Umfangs zur Substanzerhaltung von Verkehrsflächen, die mit geringem Aufwand in der Regel sofort nach Auftreten eines örtlich begrenzten Schadens ausgeführt werden.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?39602

Gedruckt am Samstag, 20. Juli 2024 04:47:58