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Bewertungskriterien für Internalisierungsinstrumente

Erstellt am: 14.11.2010 | Stand des Wissens: 16.02.2024
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Das Kriterium der Pareto-Effizienz wird aus Sicht der ökonomischen Theorie oftmals als idealer Bewertungsmaßstab für wirtschaftspolitische Instrumente genannt [Fees07]. Das Pareto-Optimum bezeichnet einen Zustand, in dem kein Individuum durch wirtschaftspolitisches Handeln bessergestellt werden kann, ohne dass ein anderes Wirtschaftssubjekt eine Nutzeneinbuße erleidet. Da aber bereits die eindeutige Bestimmung eines solchen Optimums in der Praxis vielfach nicht möglich ist, muss auf alternative Bewertungskriterien zurückgegriffen werden.Trotz der mangelnden Praktikabilität der Pareto-Effizienz bleiben aus ökonomischer Sicht die folgenden zentralen Anforderungen an eine umweltorientierte Politik erhalten [EwFW07]: 
A) Für die Minderung einer negativen Externalität bis zu einer als optimal angenommenen Menge zu sorgen und

B) dieses Ziel auf möglichst effiziente, das heißt ressourcenschonende, Weise zu erreichen.
Für die Erfüllbarkeit dieser allgemeinen Forderungen werden drei Beurteilungsmaßstäbe für die Wirksamkeit verkehrspolitischer Instrumente herangezogen:
  • Die Kosteneffizienz: ein Instrument aus einem Maßnahmenkatalog wird dann als kosteneffizient bezeichnet, wenn mit ihm das vorgegebene Umweltziel zu den geringsten Kosten erreicht werden kann.
  • Die dynamische Anreizwirkung bezieht sich auf die Frage, inwieweit Instrumente dazu geeignet sind, technischen Fortschritt zu fördern.
  • Die ökologische Treffsicherheit gibt an, wie gut sich mit einem umweltpolitischen Instrument die Einhaltung eines Umweltqualitätszieles, z.B. einer Emissionsnorm, erreichen und kontrollieren lässt.
Hinzu kommt ein nicht-normatives Kriterium, dem für die Bewertung der Durchsetzbarkeit der Lösungsvorschläge entscheidendes Gewicht beizumessen ist [Wic93]:
  • Die politische Durchsetzbarkeit verkehrspolitischer Instrumente. Dieses Kriterium bewertet die Einschätzung politischer Maßnahmen durch Vertretende aus Öffentlichkeit und Politik im Vergleich zu Ökonomischen Akteurinnen und Akteuren.
Die vorliegende Systematisierung der Bewertungsmaßstäbe soll als Ausgangspunkt für die Analyse von Effizienz und Praxistauglichkeit der einzelnen Instrumente dienen. Nur mit präzisen Vorstellungen der inhärenten Stärken und Schwächen der Instrumente ist es möglich, für angestrebte Ziele die richtige Auswahl unter den Maßnahmen(-bündeln) zu treffen, und die Umwelt auf effiziente Art zu erhalten. Die politische Durchsetzbarkeit verkehrspolitischer Instrumente dagegen ist die notwendige Voraussetzung für den Brückenschlag von der ökonomischen Theorie zur wirtschaftspolitischen Praxis.
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Internalisierung negativer externer Effekte (Stand des Wissens: 20.02.2024)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?333625
Literatur
[EwFW07] Ewers, Hans-Jürgen, Prof. Dr., Fritsch, Michael, Prof. Dr., Wein, Thomas, PD Dr. rer. oec. Marktversagen und Wirtschaftspolitik: Mikroökonomische Grundlagen staatlichen Handelns, Ausgabe/Auflage 7. Auflage, Vahlen, München, 2007, ISBN/ISSN ISBN 3800634627
[Fees07] Feess, Eberhard, Prof. Dr. Umweltökonomie und Umweltpolitik, Ausgabe/Auflage 3. Auflage, Vahlen Verlag München, 2007, ISBN/ISSN 3800633507
[Wic93] Wicke, L. Umweltökonomie, Ausgabe/Auflage 4. Aufl., Vahlen / München, 1993, ISBN/ISSN 380061720X

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?333508

Gedruckt am Mittwoch, 21. Februar 2024 21:34:52