Mikro- und Mildhybrid als Modifikation des konventionellen Antriebes
Erstellt am: 22.03.2010 | Stand des Wissens: 08.03.2023
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechperson
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
Die Mikrohybride stellen die kleinste Modifikationsstufe der konventionellen Antriebe dar. In der Regel werden lediglich der konventionelle Anlasser und die Lichtmaschine durch einen leistungsfähigeren Startergenerator ersetzt. Zusätzlich wird die Kapazität der Batterie geringfügig erweitert, um genug Energie für die häufigeren Startvorgänge bereitzustellen. Die Leistung der Elektro-Maschine beträgt normalerweise unter 5 Kilowatt, das Niveau der Bordspannung bleibt bei 12 Volt. Mit dieser Variante lassen sich im Vergleich zum konventionellen Fahrbetrieb Kraftstoffeinsparungen von bis zu 7 bis 11 Prozent erzielen [WaFr11a, S. 62]. Mikrohybride sind in der Automobilindustrie längst zum gängigen Standard zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs geworden [IKZ12].
In der nächsten Erweiterungsstufe, den Mildhybriden, verfügt die elektrische Komponente bereits über eine Leistung von 5 bis 20 Kilowatt und kann als Beschleunigungsunterstützung sowie zur Bremsenergierückgewinnung genutzt werden [Tschö15, S. 3]. Das Fahrzeug ist nicht, wie bei einem Vollhybrid, über kurze Strecken rein elektrisch fahrbar. Der Elektromotor dient hier vielmehr der Unterstützung des Verbrennungsmotors beim Anfahren und Beschleunigen. Bei der Beschleunigungsunterstützung, dem so genannten ''Boosten'', wird das Fahrzeug durch Antriebsmomente von Verbrennungsmotor und Elektromaschine beschleunigt. Die Fahrleistungen werden dadurch besonders in niedrigen Drehzahlbereichen verbessert. Zur Bremskraftrückgewinnung, auch als Rekuperation bezeichnet, wird der Elektromotor als Generator genutzt, indem der Großteil der Bremsenergie nicht in Wärme an der Radbremse umgewandelt, sondern in der Batterie gespeichert wird. Ein Sonderfall des elektrischen Fahrens ist das sogenannte Segeln: Bei einer Geschwindigkeit bis zu 160 Stundenkilometer kann sich der Verbrennungsmotor im Schubbetrieb abschalten [MeBe13]. Die realisierte Kraftstoffeinsparung gegenüber konventionellen Antrieben beträgt 15 bis 20 Prozent [WaFr11a, S. 62].