Militärlogistik
Erstellt am: 04.03.2010 | Stand des Wissens: 24.02.2025
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechperson
Technische Universität Hamburg, Institut für Logistik und Unternehmensführung, Prof. Dr. Dr. h.c. W. Kersten
Die Militärlogistik stellt die Mittel bereit, um Kampftruppen aufzustellen, zu versorgen und zu unterstützen. Dabei steht das Wohlergehen der Soldaten über den wirtschaftlichen Interessen [Plog05, S. 26]. Nach OHanlon [Ohan09, S. 141] hat die Militärlogistik drei wesentliche Schlüsselelemente:
- Die Bereitstellung von Transportfahrzeugen, um Truppen bewegen zu können
- Die Schaffung eines Basisnetzwerks im Einsatzgebiet
- Die Versorgung des Einsatzgebietes mit Material, Waffen, Nahrung, Wasser und Medizin
Henry E. Eccles [BoBr86] führt aus, dass die Militärlogistik als Bindeglied zwischen Volkswirtschaften und den militärischen Operationen fungieren kann. Um die Versorgung der Armee zu gewährleisten, richtet die Armee Lager ein, welche die Aufgabe haben, die Zeit zwischen der Warenverfügbarkeit und der Nachfrage zu überbrücken, das heißt Engpässe zu vermeiden. Zudem fungieren gut gefüllte Lager dazu Informationsdefizite und daraus resultierende Planungsfehler auszugleichen sowie Lieferengpässen vorzubeugen [Ehrm01, S. 337, 341].

Die Komplexität der vielschichtigen Nachschub- und Transportwege macht die Versorgung des Heeres zum Kernelement einer militärischen Operation, weil sich militärische Konflikte in der Regel räumlich ausdehnen. Aus diesem Grund wurde die bewaffnete Truppe von der Versorgung getrennt und separate Einheiten geschaffen, die sich mit der Planung und der Durchführung der Logistik beschäftigen [Plog05, S. 20]. Ein Beispiel dafür ist die Defense Logistics Agency (DLA). Sie ist die zentrale Behörde für die Versorgung des amerikanischen Militärs und beschäftigt 26.000 Mitarbeiter. Insgesamt werden rund 95 Prozent aller vom amerikanischen Militär benötigten Güter und Waren über die DLA beschafft, verwaltet und ausgeliefert. Sie verwalten einen Lagerbestand im Wert von durchschnittlich 82,2 Milliarden USD, der sich über 22 Hauptdepots und unzählige Nebendepots mit insgesamt über sechs Millionen Quadratmetern Lagerfläche erstreckt. Täglich bearbeitet die DLA etwa 47.500 Bestellungen mit einem jährlichen Warenwert von mehr als 41,8 Billionen Dollar [Plog05, S. 13; DLA21].
Die Militärlogistik ist im Volumen ein sehr umfangreicher Wirtschaftszweig und genießt einen hohen Stellenwert in der Gesamtbetrachtung der militärischen Führung [Plog05]. Pauschal wird bei großen Operationen eine Tonne Material pro zehn Soldaten angenommen, wobei davon ca. zwei Drittel aus Nahrung und Wasser bestehen [Ohan09, S. 247].
Durch das Einbinden von Informationstechnologien ist es nach Plogmann [Plog05, S. 30ff.] möglich:
Die Militärlogistik ist im Volumen ein sehr umfangreicher Wirtschaftszweig und genießt einen hohen Stellenwert in der Gesamtbetrachtung der militärischen Führung [Plog05]. Pauschal wird bei großen Operationen eine Tonne Material pro zehn Soldaten angenommen, wobei davon ca. zwei Drittel aus Nahrung und Wasser bestehen [Ohan09, S. 247].
Durch das Einbinden von Informationstechnologien ist es nach Plogmann [Plog05, S. 30ff.] möglich:
- einen schnelleren Informationsaustausch zwischen den Kampftruppen und dem Hauptlager zu gewährleisten, denn allen Beteiligten werden zeitnah alle benötigen Informationen zugeleitet,
- kürzere Lieferzeiten zu den Bedarfspunkten zu erreichen,
- das 'Just in Case' Prinzip zu vermeiden und Reserven abzubauen,
- den Verteidigungshaushalt zu verringern
- die Armee bei gleichbleibender militärischer Qualität zu verkleinern und
- weltweite Mobilität und Flexibilität zu schaffen.
Die fortschreitende technologische Entwicklung spielt auch in der Militärlogistik eine bedeutende Rolle. Ein zunehmend wichtiger Bereich ist die additive Fertigung, die es ermöglicht, Ausrüstungsgegenstände oder Ersatzteile effizient und kostengünstig direkt vor Ort zu produzieren. Dies könnte die Geschwindigkeit und Flexibilität der logistischen Unterstützung erheblich verbessern, indem die Truppen direkt mit den benötigten Produkten versorgt werden, ohne auf externe Lieferketten angewiesen zu sein. Ein bemerkenswertes Beispiel für diesen Fortschritt ist das Expeditionary Fabrication Lab des US-Marine Corps, das eine mobile 3D-Druckanlage darstellt und in der Lage ist, Teile auf Bataillonsebene herzustellen. Auch die Bundeswehr setzt bereits auf mobile 3D-Drucklösungen, was die Logistik bei Einsätzen im Ausland erheblich erleichtert. Der Einsatz von 3D-Drucktechnologie könnte insbesondere in der Ersatzteillogistik entscheidende Vorteile bringen, indem die Kosten für selten benötigte Ersatzteile und Spezialwerkzeuge gesenkt und die Wiederherstellungszeiten von einsatzfähigem Gerät verkürzt werden [Ale21].
Des Weiteren spielt die Integration von Informationstechnologien in der Militärlogistik eine immer wichtigere Rolle, um die Sichtbarkeit und Transparenz der Versorgungskette zu erhöhen. Durch digitale Identifikatoren und Sensortechnologie könnten Versorgungsgüter und deren Zustand effizient überwacht werden, was eine präzisere Steuerung der logistischen Prozesse ermöglicht. Diese Technologien bieten darüber hinaus das Potenzial, die Durchhaltefähigkeit der Truppen durch eine verbesserte Einschätzung und Kontrolle der logistischen Lage zu erhöhen. Entsprechende Systeme könnten ein Echtzeit-Zugriff auf Lagerbestände und eine prompte Anpassung der Anschlussversorgung gewährleisten, wodurch sich das Vertrauen der Kommandanten in die Supply Chain stärkt [Ale21].
Des Weiteren spielt die Integration von Informationstechnologien in der Militärlogistik eine immer wichtigere Rolle, um die Sichtbarkeit und Transparenz der Versorgungskette zu erhöhen. Durch digitale Identifikatoren und Sensortechnologie könnten Versorgungsgüter und deren Zustand effizient überwacht werden, was eine präzisere Steuerung der logistischen Prozesse ermöglicht. Diese Technologien bieten darüber hinaus das Potenzial, die Durchhaltefähigkeit der Truppen durch eine verbesserte Einschätzung und Kontrolle der logistischen Lage zu erhöhen. Entsprechende Systeme könnten ein Echtzeit-Zugriff auf Lagerbestände und eine prompte Anpassung der Anschlussversorgung gewährleisten, wodurch sich das Vertrauen der Kommandanten in die Supply Chain stärkt [Ale21].