Anforderungen und Ansprüche an familien- und altengerechtes Wohnen in Stadtquartieren
Erstellt am: 15.03.2007 | Stand des Wissens: 18.07.2019
Ansprechpartner
Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung, Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr.-Ing. Dirk Wittowsky
Eine zukunftssichernde Wohnungs- und Städtebaupolitik kann nur dann erfolgreich sein, wenn die spezifischen Anforderungen einzelner Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden und das Zusammenleben aller Generationen gestärkt wird [BMVBS08h, BMU16, S. 43]. In Quartieren kommen die Ansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen zusammen.
Familiengerechte Quartiere müssen den Ansprüchen und Anforderungen der verschiedenen Familienmitglieder gerecht werden. Dabei muss beachtet werden, dass zum Beispiel Jugendliche andere Ansprüche an das Wohnen haben als Kinder oder Erwachsene. Da sich Kinder in ihrer Entwicklung sehr schnell verändern, womit sich auch die Anforderungen an Wohnen ändern, müssen familiengerechte Strukturen vor allem anpassungsfähig sein [ILS04a].
Die Anforderungen von Familien lassen sich in vier Kategorien unterteilen:
Sicherheit
Zur Sicherheit zählt, dass ein gefahrloser Aufenthalt von Kindern im Haus und Wohnumfeld möglich ist und dass die Wege zu Kindereinrichtungen, zum Einkauf und zur Schule kurz und sicher sind. Der Verkehr spielt dabei eine große Rolle, aber auch eine sichere Nachbarschaft ist von Belang. Zudem sollten die Wege im Haus und Wohnumfeld möglichst barrierearm gestaltet sein [GdW06, HH05].
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind eine gute Verkehrsanbindung des Quartiers sowie Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder entscheidend. Hinsichtlich der Verkehrsanbindung wird vor allem eine gute Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und ein gut ausgebautes Radwegenetz als essentiell angesehen. Zudem sollten Schulen und Kindergärten durch ein sicheres Fußwegenetz gut erreichbar sein [GdW06, HH05, BFSFJ12].
Zukunftssicherung
Unter Zukunftssicherung sind gute Bildungschancen im Quartier und die Anpassbarkeit der Wohnverhältnisse an veränderte Bedingungen zusammengefasst, das heißt ein ausreichendes und gutes Schulangebot sowie Gebäudestrukturen, die bei Veränderungen in der Familienstruktur angepasst werden können (variable Grundrisse). Außerdem sollten die Mieten bezahlbar sein, da junge Familien häufig sehr preisempfindlich sind [GdW06, HH05].
Familienfreundliches Umfeld
Familiengerechte Quartiere müssen den Ansprüchen und Anforderungen der verschiedenen Familienmitglieder gerecht werden. Dabei muss beachtet werden, dass zum Beispiel Jugendliche andere Ansprüche an das Wohnen haben als Kinder oder Erwachsene. Da sich Kinder in ihrer Entwicklung sehr schnell verändern, womit sich auch die Anforderungen an Wohnen ändern, müssen familiengerechte Strukturen vor allem anpassungsfähig sein [ILS04a].
Die Anforderungen von Familien lassen sich in vier Kategorien unterteilen:
Sicherheit
Zur Sicherheit zählt, dass ein gefahrloser Aufenthalt von Kindern im Haus und Wohnumfeld möglich ist und dass die Wege zu Kindereinrichtungen, zum Einkauf und zur Schule kurz und sicher sind. Der Verkehr spielt dabei eine große Rolle, aber auch eine sichere Nachbarschaft ist von Belang. Zudem sollten die Wege im Haus und Wohnumfeld möglichst barrierearm gestaltet sein [GdW06, HH05].
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind eine gute Verkehrsanbindung des Quartiers sowie Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder entscheidend. Hinsichtlich der Verkehrsanbindung wird vor allem eine gute Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und ein gut ausgebautes Radwegenetz als essentiell angesehen. Zudem sollten Schulen und Kindergärten durch ein sicheres Fußwegenetz gut erreichbar sein [GdW06, HH05, BFSFJ12].
Zukunftssicherung
Unter Zukunftssicherung sind gute Bildungschancen im Quartier und die Anpassbarkeit der Wohnverhältnisse an veränderte Bedingungen zusammengefasst, das heißt ein ausreichendes und gutes Schulangebot sowie Gebäudestrukturen, die bei Veränderungen in der Familienstruktur angepasst werden können (variable Grundrisse). Außerdem sollten die Mieten bezahlbar sein, da junge Familien häufig sehr preisempfindlich sind [GdW06, HH05].
Familienfreundliches Umfeld
Zu den zentralen Anforderungen an das Wohnumfeld zählen unter anderen ausreichende Spielzonen, wie beispielsweise Spielplätze oder auch Innenhöfe und Gemeinschaftsgärten. Auch Grünflächen können von Kindern und Jugendlichen als Spielräume genutzt werden. Um die Aufenthaltsfunktion im öffentlichen Raum zu stärken, sind Verkehrsberuhigung und Parkraummanagement wichtig. Die Verkehrssituation hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bewegungsfreiheit von Kindern und Jugendlichen. Dabei sollten aber trotzdem ausreichend Parkflächen in der näheren Umgebung vorhanden sein, da viele Familien auf das Auto angewiesen sind oder nicht darauf verzichten möchten. Hier kann beispielsweise eine Mehrfachnutzung von Flächen eine Lösung sein, so dass Parkflächen tagsüber als Spielflächen nutzbar sind [GdW06, HH05].
Bezüglich der Einflussfaktoren bei der Wohnstandortwahl von Familien existieren verschiedene Studien. Eine Umfrage des Instituts für Stadtplanung und Sozialforschung bei Familien zur Bedeutung von Lage, Quartier und Wohnumfeld bei der Kauf- beziehungsweise Mietentscheidung hat gezeigt, dass ein kinderfreundliches Wohnumfeld von der Mehrheit der Befragten als sehr wichtig eingestuft wird [WWFD05]. Auch ein angenehmes soziales Milieu in der Nachbarschaft, Art und Charakter der Bebauung sowie Grünflächen und Spaziermöglichkeiten fanden viele Befragte besonders relevant, genauso wie eine gute ÖPNV-Anbindung. Ein lebendiges Stadtteilleben, sowie die Nähe zum Einkaufen und zu Dienstleistungsangeboten wurden im Vergleich dazu als weniger bedeutungsvoll erachtet. Hinsichtlich der Qualität von Kindergärten und Schulen gaben 30 Prozent der Befragten an, dass ihnen dieser Aspekt sehr wichtig wäre. Im Gegensatz dazu war für 24 Prozent der Befragten dieser Aspekt in Bezug auf die Wahl ihres Wohnstandortes nicht maßgebend [WWFD05].
Ältere Menschen haben nicht grundlegend andere Bedürfnisse als junge Menschen, mit zunehmendem Alter gewinnen jedoch bestimmte Aspekte stärker an Bedeutung. Hierzu zählen vor allem Gesundheit, Sicherheit, Versorgung, Mobilität, Kommunikation und Erfahrungsaustausch [IzR95, BBR07d].
Durch die häufig eingeschränkte Mobilität älterer Menschen nimmt die Bedeutung des unmittelbaren Wohnumfelds mit dem Alter zu. 60- bis 64-jährige halten sich im Schnitt 19 Stunden in Haus, Hof oder im Garten auf, bei den über 70-jährigen sind es sogar 20,5 Stunden [IRB01]. Das Wohnquartier wird also zunehmend zum Lebensmittelpunkt. Deshalb sollte der Gestaltung des Quartiers für ältere Menschen besondere Beachtung zugeschrieben werden. [BMFSFJ17]
Im Rahmen des Modellprogramms "Selbstbestimmt Wohnen im Alter" (1998-2001) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden bei älteren Menschen die vier Grundbedürfnisse Selbstbestimmung, Selbstständigkeit, Geselligkeit/Gemeinschaft und Sicherheit ermittelt.
Diese sind bei den verschiedenen Personen unterschiedlich stark ausgeprägt und führen so auch zu unterschiedlichen Anforderungen an die Wohnung und das Wohnumfeld. Dabei will jedoch die Mehrheit der älteren Menschen solange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Die Gestaltung altengerechter Stadtquartiere sollte also die Eigenständigkeit älterer Menschen unterstützen und ihr ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis berücksichtigen. Zudem sollten die baulichen Strukturen Treffpunkte im Quartier ermöglichen, um die Gemeinschaft zu unterstützen [BFSFJ99, BMFSFJ98, BMFSFJ02b].
Untersuchungen haben gezeigt, dass ältere Menschen vor allem eine gute medizinische Versorgung, ein gutes Dienstleistungs- und Versorgungsangebot in der näheren Umgebung, gute Nachbarschaft, eine ruhige Wohnlage sowie gute Umwelt und Verkehrsbedingungen als die relevanten Qualitätsmerkmale von Quartieren angeben [BMFSFJ98].
Bezüglich der Einflussfaktoren bei der Wohnstandortwahl von Familien existieren verschiedene Studien. Eine Umfrage des Instituts für Stadtplanung und Sozialforschung bei Familien zur Bedeutung von Lage, Quartier und Wohnumfeld bei der Kauf- beziehungsweise Mietentscheidung hat gezeigt, dass ein kinderfreundliches Wohnumfeld von der Mehrheit der Befragten als sehr wichtig eingestuft wird [WWFD05]. Auch ein angenehmes soziales Milieu in der Nachbarschaft, Art und Charakter der Bebauung sowie Grünflächen und Spaziermöglichkeiten fanden viele Befragte besonders relevant, genauso wie eine gute ÖPNV-Anbindung. Ein lebendiges Stadtteilleben, sowie die Nähe zum Einkaufen und zu Dienstleistungsangeboten wurden im Vergleich dazu als weniger bedeutungsvoll erachtet. Hinsichtlich der Qualität von Kindergärten und Schulen gaben 30 Prozent der Befragten an, dass ihnen dieser Aspekt sehr wichtig wäre. Im Gegensatz dazu war für 24 Prozent der Befragten dieser Aspekt in Bezug auf die Wahl ihres Wohnstandortes nicht maßgebend [WWFD05].
Ältere Menschen haben nicht grundlegend andere Bedürfnisse als junge Menschen, mit zunehmendem Alter gewinnen jedoch bestimmte Aspekte stärker an Bedeutung. Hierzu zählen vor allem Gesundheit, Sicherheit, Versorgung, Mobilität, Kommunikation und Erfahrungsaustausch [IzR95, BBR07d].
Durch die häufig eingeschränkte Mobilität älterer Menschen nimmt die Bedeutung des unmittelbaren Wohnumfelds mit dem Alter zu. 60- bis 64-jährige halten sich im Schnitt 19 Stunden in Haus, Hof oder im Garten auf, bei den über 70-jährigen sind es sogar 20,5 Stunden [IRB01]. Das Wohnquartier wird also zunehmend zum Lebensmittelpunkt. Deshalb sollte der Gestaltung des Quartiers für ältere Menschen besondere Beachtung zugeschrieben werden. [BMFSFJ17]
Im Rahmen des Modellprogramms "Selbstbestimmt Wohnen im Alter" (1998-2001) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden bei älteren Menschen die vier Grundbedürfnisse Selbstbestimmung, Selbstständigkeit, Geselligkeit/Gemeinschaft und Sicherheit ermittelt.
Diese sind bei den verschiedenen Personen unterschiedlich stark ausgeprägt und führen so auch zu unterschiedlichen Anforderungen an die Wohnung und das Wohnumfeld. Dabei will jedoch die Mehrheit der älteren Menschen solange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Die Gestaltung altengerechter Stadtquartiere sollte also die Eigenständigkeit älterer Menschen unterstützen und ihr ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis berücksichtigen. Zudem sollten die baulichen Strukturen Treffpunkte im Quartier ermöglichen, um die Gemeinschaft zu unterstützen [BFSFJ99, BMFSFJ98, BMFSFJ02b].
Untersuchungen haben gezeigt, dass ältere Menschen vor allem eine gute medizinische Versorgung, ein gutes Dienstleistungs- und Versorgungsangebot in der näheren Umgebung, gute Nachbarschaft, eine ruhige Wohnlage sowie gute Umwelt und Verkehrsbedingungen als die relevanten Qualitätsmerkmale von Quartieren angeben [BMFSFJ98].