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Fluglärmkontur

Erstellt am: 25.09.2002 | Stand des Wissens: 14.07.2023
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechpartner
IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.

Häufig wird die Kontur des Lärms beziehungsweise die Lärmfläche (noise footprint) als eine charakteristische Größe für die Lärmbestrahlung der Flughafenumgebung verwendet. Sie ist definiert als die Fläche innerhalb der Konturen eines konstanten Lärmpegels. [BMU01] Für eine gegebene Lärmcharakteristik eines Flugzeuges kann mit den Lärmflächen deutlich der Einfluss unterschiedlicher An- und Abflugverfahren beschrieben werden, wobei sich als wesentlicher Parameter die Entfernung von der Schallquelle auswirkt.
Die Fortschritte in der Triebwerksentwicklung haben zu einer erheblichen Verkleinerung des sogenannten Lärmteppichs geführt. Das Gebiet in der Umgebung eines Flughafens, welches von der Lärmeinwirkung betroffen ist, hat sich in den letzten Dekaden signifikant verkleinert.
Bei neuen Flugzeugmodellen ist grundsätzlich eine Abnahme des Fluglärms zu beobachten. Eines der wetweit meist genutzten Flugzeuge ist die A320, welche im Jahr 1988 die Erstzulassung erhielt. Insbesondere durch die Veränderungen der Triebwerke konnte in den letzten Jahren die Lärmkontur des Maximalschallpegels von 85 Dezibel des Flugzeugmodellls um 50 Prozent gesenkt werden. [BDL23g] Die Abbildung 1 stellt die Entwicklungen der Lärmemissionen bei verschiedenen eingesetzten Flugzeugen dar.
zeitliche entwicklung flugzeuglaerm.jpgAbbildung 1: Entwicklung der Lärmemissionen bei Flugreugen nach Modellen (seitlicher Lärmpegel) vonm Jahr 1950 bis heute [BDL21d] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)
Die Abbildungen 2 und 3 verdeutlichen zudem den Einfluss des Nachtflugverbots (seit 1971 [LuftVGa], [FluLärmGa]) auf die Lärmfläche am Beispiel des Frankfurter Flughafens.
tagesfluglaermkontur 2020 FRA.jpgAbbildung 2: Tagesfluglärmkontur fur das Jahr 2020 am Flughafen Frankfurt am Main [Frap21] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)
nachtfluglaermkontur 2020 FRA.jpgAbbildung 4: Nachtfluglärmkontur fur das Jahr 2020 am Flughafen Frankfurt am Main [Frap21] (Grafik zum Vergrößern bitte anklicken)
Glossar
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IKEM - Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
Zugehörige Wissenslandkarte(n)
Emissionen im Luftverkehr (Stand des Wissens: 14.07.2023)
https://www.forschungsinformationssystem.de/?20489
Literatur
[BDL21d] Fluglärmreport 2020, 2012
[BDL23g] Moderne Flugzeuge, 2023
[BMU01] k.A. Laut ist out-Lärmbekämpfung in Deutschland, 2001/08
[FRAFK12] Fraport AG - Frankfurt Airport Services Worldwide (Hrsg.) Fluglärmkonturen, 2013/02/11
[Frap21] Lärmkonturen, 2021
[HaKa06] Karlheinz Haag Verkehrslärm und Minderungspotenziale - Luftverkehr, 2006
[IsSc00] Isermann, Ullrich, Dr. rer. nat., Schmid, Rainer, Dr. rer. nat. Bewertung und Berechnung von Fluglärm , DLR Bibliotheks- und Informationswesen 51170 Köln, 2000/06/21, ISBN/ISSN ISSN 1434-8454
Rechtsvorschriften
[FluLärmGa] Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm
[LuftVGa] Luftverkehrsgesetz
Glossar
dB(A) Messgröße des A-bewerteten Schalldruckpegels zur Bestimmung von Geräuschpegeln. Die dB-Skala ist logarithmisch aufgebaut, d. h. eine Verdoppelung der Lärmintensität führt zu einer Erhöhung um 3 dB. Das menschliche Ohr empfindet eine Erhöhung um 10 dB als Verdoppelung der Lautstärke. Hierzu ist eine Schallintensitätsverzehnfachung erforderlich. Der Zusatz "(A)" gibt an, dass dem betreffenden Messergebnis die standardisierte A-Berwertungskurve zugrunde liegt. Sie berücksichtigt einen nichtlinearen frequenz- und pegelabhängigen Zusammenhang zwischen subjektiv wahrgenommenem Läutstärkepegel und vorliegendem Schalldruckpegel. So empfindet das menschliche Gehör bspw. mittlere Frequenzen im Vergleich zu niedrigen Frequenzgängen als wesentlich lauter, weshalb die Einheit dB(A) entsprechende Tonhöhen stärker gewichtet. Ein gesundes Ohr kann bereits einen Schalldruck von 0 dB (A) wahrnehmen (Hörschwelle), bei Werten über 120 dB (A) wird die Geräuschbelastung unerträglich laut (Schmerzgrenze). Eine Langzeiteinwirkung von über 85 dB(A) zieht u. U. dauerhafte Gehörschäden nach sich.

Auszug aus dem Forschungs-Informations-System (FIS) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

https://www.forschungsinformationssystem.de/?13479

Gedruckt am Dienstag, 21. Mai 2024 09:02:52