Feederverkehr
Erstellt am: 19.09.2002 | Stand des Wissens: 12.06.2024
Synthesebericht gehört zu:
Ansprechperson
Technische Universität Hamburg, Institut für Maritime Logistik, Prof. Dr.-Ing. C. Jahn
Feederverkehre sind Zubringerdienste, die Container von kleineren Häfen zu den Anlaufhäfen der Überseelinien befördern bzw. die aus Übersee kommenden Container zu den entsprechenden Zielhäfen transportieren. Besonders aktuell wird dieses Thema, wenn sogenannte Megacarrier, die auf Grund ihres Tiefgangs nur einige wenige Häfen weltweit ansteuern können, Ladung für umliegende Häfen geladen haben (z.B. Binnenhäfen, kleinere Küstenhäfen oder Kanalhäfen).
Der Hamburger Hafen hat eine besonders hohe Dichte an Zubringerdiensten und nimmt damit einen der vorderen Plätze in Europa ein. Im Jahr 2013 wurden rund 40 verschiedene Feeder-Dienste angeboten. Mit über 150 wöchentliche Abfahrten ist Hamburg im Jahr 2019 für den Ostseeraum der bedeutendste Feeder-Hafen [HaHa19].
Dabei werden zunehmend auch Container im intrakontinentalen und intraregionalen Verkehr befördert. Neben dem Transshipment von Feederschiffen zu den Hauptlinien gibt es auch Transshipment zwischen interregionalen Diensten, vor allem zwischen den interkontinentalen Ost-West-Diensten und den Nord-Süd-Diensten (z.B. nach Australien) als "Staffelverkehr" [OSC06, S. 22].
Da für große und schnelle Containerschiffe einerseits die Verkürzung der Hafenliegezeiten wichtig ist, andererseits aber in den Anlaufhäfen große Ladungsmengen konzentriert werden müssen, ist die Erschließung eines hinreichend großen Hinterlandes erforderlich, was bei entsprechenden geographischen Gegebenheiten vorteilhaft auf dem Seeweg erfolgt. Hieraus können sich Hub-and-spoke-Systeme und hierarchisch gegliederte Netzwerke entwickeln.
Der Transshipmentanteil am Weltcontainerumschlag betrug 1980 11 Prozent und ist seither immer weiter gestiegen. Bedeutsam sind Feederverkehre besonders in Fernost und in Europa. So betrug 2010 der Transshipmentanteil in Singapur 85 Prozent, in Rotterdam 30 Prozent, in Hamburg 29 Prozent und in Marsaxlokk (Malta) 96 Prozent [Gard11]. Bis Ende 2019 stieg der Transhipment Anteil infolge stark steigender Schiffsgrößen auf den Hauptlinien auf rund 37 Prozent [HaHa20, S. 9]. Besonders in Hamburg und Bremen sind die Anschlussverkehre in die Ostsee über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) von großer Bedeutung [VeRu11].
In Hamburg wird der Zu- und Ablauf der Feederschiffe über eine eigens dafür eingerichtete Feederzentrale gesteuert. So können die Lösch- und Verladeprozesse eines Überseeschiffes, das für 60 - 80 Feederschiffe Ladung an Bord haben kann, besser koordiniert und effizienter umgesetzt werden. Um die verschiedenen Terminals in Hamburg anzufahren benötigen die Zubringerschiffe in der Regel bis zu 24 Stunden. Die Feeder Logistik Zentrale (FLZ), sowie das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) sorgen für den reibungslosen Ablauf. Angesichts der zunehmenden Transporte von Containern mit dem Binnenschiff in Hamburg entwickelt das HVCC nun eine eigene Binnenschiffsplattform [HVCC19]. Seit 2012 ist das jährliche Containervolumen, das den Hamburger Hafen per Binnenschiff erreicht oder verlässt, um 59 Prozent auf über 145.000 TEU gestiegen. Hinzu kamen im vergangenen Jahr über 170.000 TEU an nassen Umfuhren, also Transporte zwischen den Terminals per Binnenschiff. Die Plattform vernetzt Binnenschiffsreeder, Schiffsführer, Terminals sowie die Behörden miteinander und sorgt für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten. Die Inbetriebnahme erfolgte Anfang 2020 [HHLA20].
Der Hamburger Hafen hat eine besonders hohe Dichte an Zubringerdiensten und nimmt damit einen der vorderen Plätze in Europa ein. Im Jahr 2013 wurden rund 40 verschiedene Feeder-Dienste angeboten. Mit über 150 wöchentliche Abfahrten ist Hamburg im Jahr 2019 für den Ostseeraum der bedeutendste Feeder-Hafen [HaHa19].
Dabei werden zunehmend auch Container im intrakontinentalen und intraregionalen Verkehr befördert. Neben dem Transshipment von Feederschiffen zu den Hauptlinien gibt es auch Transshipment zwischen interregionalen Diensten, vor allem zwischen den interkontinentalen Ost-West-Diensten und den Nord-Süd-Diensten (z.B. nach Australien) als "Staffelverkehr" [OSC06, S. 22].
Da für große und schnelle Containerschiffe einerseits die Verkürzung der Hafenliegezeiten wichtig ist, andererseits aber in den Anlaufhäfen große Ladungsmengen konzentriert werden müssen, ist die Erschließung eines hinreichend großen Hinterlandes erforderlich, was bei entsprechenden geographischen Gegebenheiten vorteilhaft auf dem Seeweg erfolgt. Hieraus können sich Hub-and-spoke-Systeme und hierarchisch gegliederte Netzwerke entwickeln.
Der Transshipmentanteil am Weltcontainerumschlag betrug 1980 11 Prozent und ist seither immer weiter gestiegen. Bedeutsam sind Feederverkehre besonders in Fernost und in Europa. So betrug 2010 der Transshipmentanteil in Singapur 85 Prozent, in Rotterdam 30 Prozent, in Hamburg 29 Prozent und in Marsaxlokk (Malta) 96 Prozent [Gard11]. Bis Ende 2019 stieg der Transhipment Anteil infolge stark steigender Schiffsgrößen auf den Hauptlinien auf rund 37 Prozent [HaHa20, S. 9]. Besonders in Hamburg und Bremen sind die Anschlussverkehre in die Ostsee über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) von großer Bedeutung [VeRu11].
In Hamburg wird der Zu- und Ablauf der Feederschiffe über eine eigens dafür eingerichtete Feederzentrale gesteuert. So können die Lösch- und Verladeprozesse eines Überseeschiffes, das für 60 - 80 Feederschiffe Ladung an Bord haben kann, besser koordiniert und effizienter umgesetzt werden. Um die verschiedenen Terminals in Hamburg anzufahren benötigen die Zubringerschiffe in der Regel bis zu 24 Stunden. Die Feeder Logistik Zentrale (FLZ), sowie das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) sorgen für den reibungslosen Ablauf. Angesichts der zunehmenden Transporte von Containern mit dem Binnenschiff in Hamburg entwickelt das HVCC nun eine eigene Binnenschiffsplattform [HVCC19]. Seit 2012 ist das jährliche Containervolumen, das den Hamburger Hafen per Binnenschiff erreicht oder verlässt, um 59 Prozent auf über 145.000 TEU gestiegen. Hinzu kamen im vergangenen Jahr über 170.000 TEU an nassen Umfuhren, also Transporte zwischen den Terminals per Binnenschiff. Die Plattform vernetzt Binnenschiffsreeder, Schiffsführer, Terminals sowie die Behörden miteinander und sorgt für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten. Die Inbetriebnahme erfolgte Anfang 2020 [HHLA20].
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